Editorial @ktuell: Formen finden in der Corona-Zeit

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Kasse der Schaubude mit Corona-Zeichen

Neben dem umgangssprachlichen Namen der bekannten Pandemie ist Corona offenbar eine alte italienische Bezeichnung für musikalische Fermate laut Wikipedia »ein Ruhezeichen […], das auch als Aushaltezeichen verwendet wird, Innehalten in der Bewegung anzeigt oder dem Solisten signalisiert, diese Stelle nach seinem individuellen Bedürfnis zu verzieren.«

Seit 13. März 2020 pausiert der öffentliche Betrieb der Schaubude: Wie in anderen Häusern finden Bühnenproben, Lichtgestaltung, Schlangen vorm Kassenhäuschen, Premierenfeiern im Foyer vorerst nicht statt. Theatermachen schon, wenn auch unter prekären Bedingungen: Künstler*innen beantragen Soforthilfen und proben online, Konzepte werden überarbeitet, neue Projekte entwickelt oder umgedacht. In der Schaubude werden die Sitze shampooniert, Planungen vorangetrieben, Zoom-Konferenzen abgehalten, der Ausfall kalkuliert. Derweil kommt die Lieferung von 14.000 frischgedruckten Programmleporellos an: für die Monate Mai bis Juli …

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In-house kursiert die Frage nach der Sinnhaftigkeit digitalen Aktionismus‘ sowie die Gewissheit der Unersetzlichkeit des Theatererlebens für Performer*innen und Publikum, gerade beim Genre Figuren- und Objekttheater. Zeit zum Aushalten‹ und Innehalten? Auch. Aber ebenso dazu, die Generalruhe wie die musikalische Corona auch heißt für  individuelle Verziehrungen zu nutzen!

Mit den Beiträgen in der Kategorie @ktuell wird der eigentlich für das Festival »Theater der Dinge« konzipierte Blog während der Corona-Einschränkungen erweitert. In lockerer Regelmäßigkeit sind mit der Schaubude befreundete Künstler*innen hier eingeladen, u. a. Einblicke in aktuelle Produktionsprozesse zu geben, kreative Impulse zu setzen und neue Formate auszuprobieren, um miteinander und dem Publikum in Austausch zu bleiben. Ein Bühnenerlebnis kann das nicht ersetzen. Muss es auch nicht. Aber es bleibt experimentell!

#stayhome #staycreative #staysafe
Die Blog-Redaktion

Corona-Zeichen für Generalpause in der Musik
Foto: Bayerische Staatsbibliothek

 

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