In der Mitte der Nacht steigt die Helligkeit nicht. Beate Absalon über CHRONIK DER ZUKUNFT

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Um überhaupt anfangen zu können, über „Chronik der Zukunft“, ein Werk über den Super-GAU in Tschernobyl, zu schreiben, greife ich zunächst etwas ratlos zu anderen als meinen eigenen Worten. In den tagebuchartigen Aufzeichnungen der österreichischen Autorin Ilse Aichinger findet sich die folgende Passage:

„Es kann immer noch finsterer werden. Es ist nicht logisch, dass in der Mitte der Nacht die Helligkeit steigt. Es wäre logisch, dass die Finsternis sich in sich fortsetzte, dass die Nacht keine Mitte hätte.“

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Nachgespräch zum AUFSTAND DER DINGE

[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Nach der Berlin-Premiere von „Aufstand der Dinge“ am Sonntagabend hatten Beate Absalon und Sebastian Köthe die Gelegenheit, mit den Künstler*innen vom Figurentheater Chemnitz zu sprechen. Claudia Acker (Spiel), Gundula Hoffmann (Direktorin Figurentheater), Mona Krueger (Spiel), René Schmidt (Dramaturgie) und Mirko Winkel ((Regie, Ausstattung) haben sich dabei nicht nur den Fragen der Moderator*innen gestellt, sondern auch denen des Publikums. Wer das Gespräch verpasst hat, kann es nun nachholen und mehr darüber erfahren, wie die Gruppe gearbeitet hat und wie die Dinge die Wende erlebt und überlebt haben.

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Pre-Show Talk with René Duursma of SMALFILM

[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Before the Berlin premiere of Smalfilm, Beate Absalon and Sebastian Köthe as well as some audience members had a chance to talk with the curator of Gronings AudioVisueel Archief René Duursma, who not only helped to select the film materials but also composed and played the music of the lecture performance.

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Premierenerfahrung von Mithra Zahedi zu FLUG NR. 745

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Heute Abend darf ich die Deutschlandpremiere des Stückes, „Flug Nr. 745“ aus dem Iran in der Schaubude besuchen. Ich bin ziemlich zeitig im Foyer des Theaters und warte. Nach einer Weile sehe ich eine sympathische Frau, die unauffällig hereinkommt. Das müsste die Regisseurin sein. Ich hatte vorher ein paar Fotos von ihr bei der Recherche über das Stück gesehen. Ich spreche sie unsicher an; Marjan Poorgholamhossein bejaht meine Frage nach ihrem Namen auf Englisch, worauf ich sie dann auf Farsi richtig begrüße. Sie müsse sich noch für die Premiere vorbereiten, sagt sie. Ich erwidere, dass ich dies gut verstehe und mich freuen würde, wenn sie nach der Vorstellung ein wenig Zeit für mich hätte.

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Daniel Langes »Puppertätsmärchen« als freies Weiterspinnen nach SCHMETTERDINGE

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Es war einmal eine Schmetterlingspuppe, Osiris, die kam in die Puppertät. Die Puppertät ist eine schwierige Zeit. Das wissen wir alle. Haben wir auch schon gemacht, die Puppertät. Durchgemacht. Von vorne bis hinten. Zum auf die Wande steigen war das. Man puppertiert so vor sich hin. Die Schmetterlingspuppe hatte auch keine Lust drauf. Da muss man durch. Die Puppertät, das Nadelöhr des Lebens. Die Schmetterlingspuppe fliegt so von Hormohn zu Hormohn, ein furchtbarer Trip. Alles camouflagiert, eingepuppt in einen Kokon von Pickeln. Kein Wunder, dass man denkt, es wird kein morgen geben. Man muss sich ablenken. An die Zukunft denken, trotz allem.

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Schneestürme und Aschelawinen. Sebastian Köthe über BILDRAUM

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Es spielt sich ab ohne Worte und verschlägt einem ganz die Sprache.

Die Fotografin Charlotte Bouckaert und der Architekt Steve Salembier haben auf der Bühne des Podewil architektonische Modelle aufgebaut. Überwiegend weiß, alles sehr präzise, man meint auch den Saal des Podewil unter den Räumen zu erkennen. Salembier manipuliert sie – mal verschiebt er eine Wand, mal setzt er Möbel ein – und Bouckaert fotografiert.

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Beate Absalon über CASES/HÄUSER von Xesca Salvà

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Kandor: Heimatstadt Supermans, die vom Bösewicht Brainiac auf Miniaturgröße geschrumpft und dann vom Superhelden zurückgewonnen, mit einer Glasglocke geschützt und auf seine „Fortress of Solitude“ gebracht wurde, wird im Laufe der Comicgeschichten als affektiv aufgeladener Rückkehrort dargestellt. In Zeiten der Melancholie zieht sich Superman auf die „Festung der Einsamkeit“ zurück und kümmert sich wehmütig-liebevoll um seine geschrumpfte Geburtstätte. Die sensible und emotional aufgeladene Miniaturstadt wird zur Projektionsfläche für privates Begehren und intime Erinnerungen. Der stärkste Mann der Welt: sogar er steht der schmerzvollen Verlusterfahrung vergangener Zeiten wehrlos und in isolierter Trauer gegenüber.

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