Namensgeschichten. Einige Überlegungen von Magdalena Schrefel anlässlich der Aufführung /NOT/ IN MY NAME von Rafi Martin

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Wenn sich meine Großmutter früher am Telefon meldete, dann sagte sie immer Schreffl. Und nicht nur, dass sie den Namen wie eine Frage aussprach und so in der Namensnennung gleich die Frage nach dem Gegenüber vorwegnahm, verwunderte mich jedes Mal aufs Neue, sondern auch die Aussprache. Schreffl, sagte sie, mit einer für meine Ohren falschen Betonung auf dem F, als folge darauf ein zweites F und kein E. Später habe ich erfahren, dass unser Nachname einmal genauso geschrieben wurde und dass sich ein Standesbeamter bei der Niederschrift des Namens verschrieben haben soll. Das sei lange her, als Urkunden noch per Hand erstellt wurden. In welcher Generation das genau stattgefunden hat, konnte mir niemand erzählen. Doch es bleibt die Erinnerung an diesen Namen. Seine Aussprache allerdings ist mit dem Tod meiner Großeltern verloren gegangen. Wir Nachkommenden sprechen den Namen so aus, wie er geschrieben steht. Weiterlesen „Namensgeschichten. Einige Überlegungen von Magdalena Schrefel anlässlich der Aufführung /NOT/ IN MY NAME von Rafi Martin“

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