Unser Zuhause, der Duft des Pfannkuchens. Barbara Szirakis Resonanz zu THERE IS A NOISE von Hestnes / Popović

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Heimweh, wonach?
Wenn ich „Heimweh“ sage, sag ich „Traum“.
Denn die alte Heimat gibt es kaum.
Wenn ich Heimweh sage, mein ich viel:
Was uns lange drückte im Exil.
Fremde sind wir nun im Heimatort.
Nur das „Weh“, es blieb.
Das „Heim“ ist fort.

– Mascha Kaléko 

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Betrachtungen der Ausstellung WALK AMONG Lautaro Bianchis in der Schaubude Berlin. Von Eni Brandner

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Innen (Miniatur) Außen (große Prismenrasterbilder)

Durch die Auslagenfenster blicken einem zwei große, an menschliche Augen erinnernde Prismenrasterbilder entgegen, in Schwarz-Weiß durch starken Kontrast abstrahiert. Bewegt man sich an diesen Augen vorbei, so erkennt man die Silhouette einer Person in einem fragmentierten Raum, der sich bei näherer Betrachtung als Treppenaufgang herausstellt. Durch die Bewegung des eigenen Körpers, an den zwei Bildern vorbei, wird eine Animation im Bild geschaffen, die die menschlichen Umrisse der obskuren Figur auf der Treppe in Bewegung setzt.

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Variationen über DAS KLEINE THEATER VOM ENDE DER WELT von Théâtre de la Massue

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Manche Theaterbesuche sind so geheimnisvoll, dass man im Anschluss nicht nur den Künstler*innen Löcher in den Bauch fragen möchte, sondern auch jedem einzelnen Publikumsmitglied: Hast du das auch gesehen? Wie erklärst du dir das? Das ist jetzt wirklich geschehen, oder? »Das kleine Theater vom Ende der Welt« ist so ein Abend voll Geheimnis und Rätsel, und wir haben das Glück, dass sich die Studierende des Kurses Einführung in die Aufführungsanalyse von Dr. Torsten Jost (FU Berlin) dem Stück für uns aus so unterschiedlichen Perspektiven wie seiner Atmosphäre, seinen Medientechniken oder seiner Zeit annähern. 

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Mach auch kaputt, was dich nicht kaputt macht. Sebastian Köthe über DER KANDIDAT von Marc Villanueva Mir

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Bis zum Schluss bleibt unklar, ob dieses Brettspiel sagenumwoben oder vergessen, traditionsreich oder frei erfunden, anarchisch oder bitter zynisch ist. »Djambi«, auch bekannt als »Machiavellis Schachspiel« oder »El Candidato«, versetzt bis zu vier Gruppen in die Rolle von politischen Parteien, die gegeneinander um die Macht kämpfen. Marc Villanueva Mir und Gerard Valverde haben es als interaktive Spiele-Performance reinkarniert. Es gehe nicht um die bloße Machtergreifung, erklärt uns der Spielleiter, denn die sei nie von Dauer, sondern unbedingt um die Ausschaltung aller Gegner. Weiterlesen „Mach auch kaputt, was dich nicht kaputt macht. Sebastian Köthe über DER KANDIDAT von Marc Villanueva Mir“

Namensgeschichten. Einige Überlegungen von Magdalena Schrefel anlässlich der Aufführung /NOT/ IN MY NAME von Rafi Martin

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Wenn sich meine Großmutter früher am Telefon meldete, dann sagte sie immer Schreffl. Und nicht nur, dass sie den Namen wie eine Frage aussprach und so in der Namensnennung gleich die Frage nach dem Gegenüber vorwegnahm, verwunderte mich jedes Mal aufs Neue, sondern auch die Aussprache. Schreffl, sagte sie, mit einer für meine Ohren falschen Betonung auf dem F, als folge darauf ein zweites F und kein E. Später habe ich erfahren, dass unser Nachname einmal genauso geschrieben wurde und dass sich ein Standesbeamter bei der Niederschrift des Namens verschrieben haben soll. Das sei lange her, als Urkunden noch per Hand erstellt wurden. In welcher Generation das genau stattgefunden hat, konnte mir niemand erzählen. Doch es bleibt die Erinnerung an diesen Namen. Seine Aussprache allerdings ist mit dem Tod meiner Großeltern verloren gegangen. Wir Nachkommenden sprechen den Namen so aus, wie er geschrieben steht. Weiterlesen „Namensgeschichten. Einige Überlegungen von Magdalena Schrefel anlässlich der Aufführung /NOT/ IN MY NAME von Rafi Martin“

14 Variationen über THE AUTOMATED SNIPER von Julian Hetzel

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Kunstwerke haben etwas Unendliches an sich: Sie provozieren unterschiedliche Deutungen, widerstreitende Urteile und lassen sich von vielen Blickwinkeln aus betrachten. Um dieser Pluralität Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, haben wir Studierende des theaterwissenschaftlichen Kurses Einführung in die Aufführungsanalyse von Dr. Torsten Jost (FU Berlin) eingeladen, kurze Antworten auf Julian Hetzels Arbeit »The Automated Sniper« zu verfassen. Die Texte nehmen so unterschiedliche Begriffe wie »Desinteresse«, »Gesellschaftskritik« oder »Weiße Weste« zum Anlass, um sich Hetzels provokativer Überblendung von Kunstbetrieb und der Drohne als neuer Technologie der Kriegsführung zu stellen.    Weiterlesen „14 Variationen über THE AUTOMATED SNIPER von Julian Hetzel“

Zu Tisch mit Vampirinnen. Rezension von Beate Absalon zu NOIR AV RITUAL von Telekinetic Assault Group

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Der ganze Saal riecht nach verbranntem weißen Salbei. Ich kenne den Geruch aus einem dieser Esoterikläden, in welchem mir die mit Edelsteinen behangene Verkäuferin erklärte, dass das Räuchern mit weißem Salbei traditionell bei Ritualen angewandt wird, um böse Geister zu vertreiben und Platz für Neues zu schaffen. Im Verlauf von »Noir AV Ritual« wird etwas Neues geschaffen aus dem schwarz-weißen B-Movie »Santo vs. las Mujeres Vampiro«, denn der Protagonist »El Santo« wurde hier vollkommen ausgeräuchert, taucht nicht auf. Weiterlesen „Zu Tisch mit Vampirinnen. Rezension von Beate Absalon zu NOIR AV RITUAL von Telekinetic Assault Group“

»Es fehlt immer das letzte Bild« – Essay von Sebastian Köthe zu NETTLES von TricksterP

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Zuerst bin ich allein. Nicht mehr in der Stadt, der Straßenbahn, oder dem Foyer der Wabe, sondern ganz allein: in einem kleinen Zimmer, mit Kopfhörern, eine Frau spricht zu mir oder zu sich selbst. Sie erzählt einen Traum: eine lange Fahrt in einem Schneelift, sie hat die falsche Kleidung an, unter einem Kreuz liegt ein Kind begraben im Schnee.

[Achtung, der Text enthält Spoiler!]

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Das Recht des Singulären. Sebastian Köthe über SAPHIR-KOPF

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[Blogarchiv Theater der Dinge 2018: Von der verlorenen Zeit]

Das Erinnern ist staatstragend und also von Staaten häufig instrumentalisiert: Gedenken, Mahnen und Tradieren werden von Feiertagen, Medien und Einheitswippen gerahmt und zielen, sozusagen von der Vergangenheit aus, strategisch auf Politiken des Gegenwärtigen und Zukünftigen. In vielen Produktionen des Festivals haben Künstler*innen also daran gearbeitet, die von den großen Erzählungen vergessenen, verdrängten und verstoßenen minoritären Geschichten zu erinnern, die für das nationale Gedächtnis zu unbedeutsam oder zu traumatisierend sind: von der Biografie einer vergessenen polnischen Künstlerin wie Janina  Węgrzynowska bis hin zum Super-GAU Tschernobyls.

Handa Gote Research & Development gehen mit ihrem Puppentheater-Remake „Saphir-Kopf“ einen anderen Weg.

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