Tibo Gebert: Recherche Puppenbau

#TakeCareResidenzen, Projektzeitraum Dezember 2020 bis Januar 2021

Foto: Tibo Gebert

Seit Anbeginn meiner Selbstständigkeit baue ich für alle meine Stücke die Puppen selbst. Dieser Prozess ist für mich wichtig, da hier schon meine Bindung zur Figur entsteht und ich Gefühle für diese entwickeln kann. Daraus entsteht für mich ein ganz besonderer Kontakt im Spiel, verbunden mit einer großen Lebendigkeit der Puppe. Die Puppe ist oft das Alter Ego des Spielers, aber wir erleben beide auch als autonom.

Im Residenzzeitraum werde ich Recherchen im Bereich Puppenbau durchführen, um neue Wege für mich auszuloten. Nachdem in meiner künstlerischen Praxis bisher der Spielerkörper als neutraler Schatten behandelt wurde, erforsche ich nun, wie die Abhängigkeit bzw. Verbundenheit zwischen Puppenspieler*in und Puppe bildlich dargestellt werden kann und welcher puppentechnischen/spielerischen Voraussetzungen dies bedarf. 

»Was man im Spiegel sieht, ist ein erstarrtes Objekt, ein imaginärer Gegenstand. Ebenso ist das, was man auf einer Fotografie sieht, nicht man selber. Ich würde sagen, daß als einziger ICH MICH nicht sehen kann – wohingegen die anderen mich sehen.«

Roland Barthes, 1980

Tibo Gebert (NUMEN COMPANY) studierte Puppenspiel an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin und an der École Supérieure Nationale des Arts de la Marionnette Charleville-Mézières in Frankreich. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Puppenspieler im In- und Ausland tätig. In seinen Soloarbeiten entwickelte er eine sehr eigene ästhetische Sprache. Das gesprochene Wort tritt hinter den sehr reduzierten, geheimnisvollen Bildern als Sinnträger zurück.

Vom 27. März bis 5. April 2021 zeigen wir im Online-Spielplan der Schaubude Berlin das poetisch-atmosphärische Puppenspiel für Erwachsene SOLACE von Tibo Gebert als Video on Demand!

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