#extra: Making of MIND THE GAP! von/by Gonzalo Barahona (de/en)

Kurz vorm Corona-Shutdown hat der in Berlin lebende chilenische Künstler und Performer Gonzalo Barahona seine Ausstellung im Foyer und den Schaufenstern der Schaubude Berlin aufgebaut. Wegen der gegebenen Umstände ist die Ausstellung noch bis Oktober 2020 zu sehen. In diesem groovigen Making-of-Video zeigt er, wie die Skulpturen entstanden sind. Musik: Javier Barahona, Video: Gonzalo Barahona

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+++ English version below +++

Mind the Gap! Eine Raumzeit-Installation aus chaotischen Algorithmen

Gonzalo Barahona, Chile/Berlin
März bis Oktober 2020

Die Ausstellung zeigt eine Sequenz handgemachter 3D-Modelle, die Zeit und Bewegung simulieren. Sechs Fliegen zeichnen in den Raum eine imaginäre Zeitachse: Es entsteht der Eindruck einer einzelnen Fliege, die von einem Fenster zum nächsten fliegt und dabei sogar einen Quantensprung durch die Wand schafft. Mind the gap! Erst durch den räumlichen Abstand zwischen den Skulpturen ist der Eindruck von Bewegung und Zeit möglich.

Inspiriert von 3D-Modellen hat der Künstler mit seinem eigenen Nervensystem die polygonbasierte Geometrie von Digitalobjekten in willkürliche Formen übersetzt. Die sechs Fliegen der Sequenz bestehen aus 3D-Filamenten bzw. Hohlräumen und bilden eine komplexe Webstruktur, die aus Linien und Knoten besteht. Die Art und Weise, wie sie sich einzeln ausbreiten und verbinden, ist nicht steuerbar, da das Material je nach Temperatur, Handbewegung und Gewicht selbst entscheidet. Trotz der lokalen Unterschiede in der Struktur ähneln die resultierenden Hauptformen derselben Fliege mit denselben anatomischen, morphologischen Eigenschaften. Die Fliegen sind tatsächlich mehr leerer Raum als festes Material. Paradoxerweise sind die Leerstellen ein wesentlicheres »Konstruktionsmaterial« als das Material selbst.

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Der Schaffensprozess der Skulpturen beruht auf dem Prinzip emergenter Phänomene – komplexe, selbstorganisierte Geometrien, die in der Natur, vom Schleimpilz bis zur Struktur schwarzer Materie im Universum, überall zu finden sind: ein ungeplantes Netzwerk ohne Zentrum, ohne Hierarchie und ohne Autor.

gonzalobarahona.wordpress.com


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Mind the Gap! A Space-Time Installation of Chaotic Algorithms

by Gonzalo Barahona, Chile/Berlin
MarchOctober, 2020

The exhibition shows a sequence of hand-made 3D models that simulate time and movement. Six flies draw an imaginary timeline in the room: the impression of a single fly that moves from one window to the next and even makes a quantum leap through the wall. Mind the gap! Only the spatial distance between the sculptures gives the impression of movement and time.

Inspired by 3D models, the artist used his own nervous system to translate the polygon-based geometry of digital objects into arbitrary shapes. The six flies in the sequence consist of 3D filaments and voids forming a complex network consisting of lines and nodes (the most efficient number of lines per node is 3-4)*. The way they spread and connect individually cannot be controlled since the material itself decides depending on the temperature, hand movement, and weight. Despite the local differences in structure, the resulting main forms resemble the same fly with the same anatomical, morphological properties. The flies are actually more empty space than solid material. Paradoxically, the gaps are a more essential „construction material“ than the material itself.

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The process of creating the sculptures is based on the principle of emergent phenomena – complex, self-organized geometries that can be found everywhere in nature, from slime mould to the structure of dark matter in the universe: an unplanned network without a centre, without a hierarchy and without an author.

*These lines and nodes follow the same simple rules, which are spreading and joining together again, and the nodes should not gather more than 4 lines at the same point.

gonzalobarahona.wordpress.com

 

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